Mein lieber Leser,

geht es dir ähnlich? Ich liebe es gestreichelt zu werden (ähnlich einer Katze 😉 ), genieße es aber auch sehr stark, mein Gegenüber streicheln, berühren und verwöhnen zu dürfen. Das sanfte Anfassen, die Wärme, das sich dadurch aufbauende wohlige Gefühl in meinem, sowie auch des meines Partners Körper – einfach ein schönes Gefühl. Leider hat man das im Alltag viel zu selten. Und das, obwohl es so wichtig für den menschlichen Körper und auch die Seele ist. Denn „Berührungen wirken viel effektiver als ein liebes Wort“ (Dr. Rebecca Böhme). Mittlerweile gibt es sogar einige Wissenschaftler, die Berührungen und körperliche Nähe erforschen. Und die bisherigen Ergebnisse sind nicht uninteressant. Zum Beispiel wurde herausgefunden, dass sich unser Gehirn nicht austricksen lässt: Die Hirnaktivität unterscheidet sich arg, je nachdem ob man sich selbst streichelt oder ob man von jemandem gestreichelt wird. Das Selbstberühren wird von unserem Gehirn fast gar nicht richtig wahr genommen. Demzufolge sind zwischenmenschliche Berührungen auch so wichtig! Selbst eine „einfache“ Massage von einem anderen Menschen kann viel bewirken, denn sie führt im Gehirn zur Ausschüttung von Oxytocin, dem Wohlfühlhormon. Eine weitere Studie hat herausgefunden, dass Menschen, die meinen einsam zu sein, öfters länger und wärmer duschen. Das Empfinden von tatsächlicher Wärme und zwischenmenschlicher Wärme hängt stark zusammen. Demzufolge tut eine heiße Schokolade oder gar eine Heizdecke oft gut, ersetzt aber dennoch nicht das Bedürfnis nach Zärtlichkeiten und Berührungen. Nur wie streichelt man denn „richtig“? Oder gibt es da kein richtig und falsch? Auch diese Frage kann die Wissenschaft so langsam beantworten: Am liebsten werden wir mit 32 Grad berührt und das entspricht genau der Temperatur unserer Fingerspitzen! Diese streicheln uns sanft drei Zentimeter pro Sekunde – ganz intuitiv. Was für ein Zufall! Mutter Natur hat sich dabei wohl etwas gedacht! 😉 

Wie du siehst, ein sehr interessantes Thema. 🙂 Solltest du nun noch tiefer in die Materie eintauchen wollen, so kann ich dir das Buch „Human Touch. Warum körperliche Nähe so wichtig ist, Erkenntnisse aus Medizin und Hirnforschung“ von Dr. Rebecca Böhme wärmstens an Herz legen. 

Und da Berührungen so wichtig sind, verabschiede ich mich heute mit einer herzlichen und ausgiebigen Umarmung von dir – Deine Jocelyn